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Klosterruine Heisterbach

Text und Bild von Yvonne Marjan

Wohl jeder, der in der Umgebung des Siebengebirges lebt, hat von dieser Ruine gehört. Und fast jeder kennt auch mindestens einen kleinen Ausschnitt der Geschichte dieses Ortes.

Am Fuße des Siebengebirges wohnend, verbringe ich viele Stunden meiner Wochenenden in den nahegelegenen Wäldern – und immer wieder zieht es mich zu der alten Klosteranlage. Man sollte meinen, dass es spätestens nach dem fünften Besuch dort keinen Grund mehr gibt, diesen Ort zu besuchen. Und doch ist es immer wieder ein besonderes Gefühl. Zugegeben, auf den ersten Blick wirkt die alte Chorruine auf dem Gelände fast deplatziert. Nahezu künstlich. Als wäre sie dort aufgestellt worden, um als tolle Fotokulisse zu dienen. Doch je länger man die Mauern betrachtet, den Lichteinfall aus unterschiedlichen Perspektiven einfängt, desto mehr zieht dieser Ort einen in seinen Bann.

 

Es ist nicht nur die Stille, die oft trotz vieler Besucher wahrnehmbar ist. Eine beinahe hörbare Stille.

Es ist auch nicht nur die Landschaft um das Kloster Heisterbach. Auch nicht die Tatsache, dass man bei jedem Besuch dort etwas Neues zu entdecken scheint. Und auch nicht der archäologische Aspekt und die Geschichte.

Oder der Gedanke daran, wie das Leben hier wohl ausgesehen haben könnte.

Es ist vor allem auch das Gefühl, dort zu sich selbst finden zu können. Eine spirituelle Anziehungskraft, die diesen Ort immer wieder so faszinierend macht.

 

Oft sitze ich einfach nur da und denke an die erste Strophe des Gedichtes Der Mönch von Heisterbach von Wolfgang Müller von Königswinter

Ein junger Mönch des Klosters Heisterbach
Lustwandelt an des Gartens fernstem Ort.
Der Ewigkeit sinnt still und tief er nach
Und forscht dabei in Gottes heil’gem Wort.

und frage mich, wie viele Seelen sich noch immer an diesem Ort aufhalten.