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Mittagsgebet (Sext) auf dem Petersberg am Klusfelsen in Goslar

Der aus der Unterkreidezeit stammende Klusfelsen, mit einem Alter von über 110 Millionen Jahren, laut Wissenschaft, ist eines der ältesten Kultorte der Menschheitsgeschichte überhaupt. Schon germanische Stämme sollen hier vor tausenden von Jahren ein Kultheiligtum errichtet haben, woraus später im Jahre 1167 eine kleine Marienkapelle wurde, die Einsiedler auch als Wohnort nutzten.

 

Auf dem Petersberg, einige Meter über dem Felsen, befand sich das St.-Peters-Stift, wovon heute nur noch Teile einer Ruine übrig geblieben sind. Dennoch war die Kraft und Schönheit dieses Ortes in keiner Weise getrübt. Die Sext konnte auch ohne Albe würdevoll und andächtig zelebriert werden, wenn auch eher leise und bescheiden, um die dortige spazierende Bevölkerung und am Klusfelsen rastenden Alkoholiker nicht zu verschrecken.

Die Sonne des Herrn erwärmte mein Gesicht und Herz, und die zwitschernden Vögel begleiteten meine Stimme im raunen der Liturgie. Es war ein schöner Moment, und ich freue mich, eines Tages meine Brüder und Schwestern einmal hier in den Harz nach Goslar einzuladen und zu sehen, was ich sah und vor allem zu fühlen, was ich fühlte. Hier war Christi Geist so anwesend, wie ich ihn noch nirgendwo außerhalb meines Inneren gefühlt habe.

 

Subdiakon Alexander Stier